USA und zurück – spannendes Jahr dank Bundestagsstipendium

Zwei junge Frauen, ein Bundestagsabgeordneter und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten: die USA. Wo ist das verbindende Element? Nun, bei dem Abgeordneten handelt es sich um Udo Schiefner (SPD). Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) hatte er den jeweils einjährigen Aufenthalt von Dana Terhaag aus Bracht und Annika Küppenbender aus Waldniel ermöglicht. Jetzt - mit ein wenig Abstand - trafen sich die drei in Schiefners Büro in Viersen zum Austausch.

Lange muss der Politiker nicht nach Eindrücken fragen. Aus beiden sprudelt es förmlich heraus. „Ich habe viel von dem ‚american Spirit‘, dem amerikanischen Geist, erlebt“, erzählt Annika Küppenbender. Ihre Gastfamilie lebt in Plymouth, einer Vorstadt von Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. Die Eltern empfingen sie bereits mit Begrüßungstransparent am Flughafen. Und weil noch eine ganze Woche Ferien an stand, unternahmen sie viel mit der neuen Pflegetochter. Und ja, es sei durchaus sehr amerikanisch zugegangen. Es gab Fastfood, die Highschool sei so gewesen, wie man es aus vielen Dokumentationen und Spielfilmen kennt: riesengroß (2000 Schüler) und immer „busy“ – beschäftigt.

Und dann muss sie zwangläufig gestellt werden, die Frage von Udo Schiefner: „Wie war es denn mit der politischen Einstellung der Familie?“ Das sei das für sie Verblüffende gewesen. Obwohl das Umfeld demokratisch geprägt war, sei die Gastfamilie republikanisch eingestellt gewesen, habe sich für die Katastrophe stark gemacht, die auf den Namen Donald Trump hört. Das habe für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt, berichtet Annika. „Wenn die zum Beispiel über die Gesundheitsreform von Obama geschimpft haben, haben sie sich öfter selbst widersprochen, berichtet sie. Am Ende mussten beide Seiten die Meinungsverschiedenheit aushalten. Geschadet hat’s wohl nicht. „Es ist so schön, zu wissen, dass Du jetzt ein zweites Zuhause in den USA hast. Annika möchte nach dem Abi nochmal ins Ausland gehen, danach auf Lehramt für Grundschule studieren.

Demokraten in einem republikanischen Umfeld

Dana Terhaag kann manche Erfahrung  bestätigen, vor allem die, dass sie bei ihren Gasteltern jederzeit wieder willkommen ist. Für sie war’s nach Tennessee gegangen, in die Stadt Oak Ridge. Neben dem Gang zum College und einem Job bei einer Bank, sei Zeit gewesen, zu reisen. Florida, New York, Washington, New Orleans und ein Trip mit Freundinnen von Seattle nach Las Vegas, schlanke 4500 Kilometer, das waren nur einige der Highlights, die die junge Frau erlebt hat. Anders als Annika lebte sie in einem republikanischen Umfeld, allerdings waren die  Gasteltern überzeugte Demokraten. „Da hatte ich mir ein bisschen Sorgen gemacht“, erzählt die 24-Jährige. Ihre Gasteltern haben schon jede Menge Orte auf dem Planeten bereist, sie seien sehr weltoffen. Wo sie merkte, dass die amerikanische Gesellschaft anders ist: bei der Frage der Bewaffnung. „Es sieht schon komisch aus, wenn am College der Warnhinweis steht, dass man keine Waffen mitbringen kann.“

Ein weiterer Unterschied fiel der Brachterin auf: Die Amerikaner sind viel risikofreudiger. Zum Beispiel bei der Gründung einer Firma oder dem Anlegen von Geld in Aktien. „Die bauen ihre Rente auf Aktien auf. Das wäre in Deutschland kaum  denkbar.“ Sie weiß, wovon sie spricht. Nach dem Abitur hat sie eine Banklehre absolviert, will jetzt in Münster BWL studieren. 

Udo Schiefner nahm vor allem eine Veränderung bei seinen „Patenkindern“ wahr: „Sie waren schon selbstbewusst als sie sich vorgestellt haben. Aber jetzt haben sie nochmal einen Schub bekommen. Man sieht schon deutlich, wie gut es ist, in ein anderes Land zu gehen.“ Auch um entscheidende Unterschiede in den Gesellschaften festzustellen. Wenn z.B. die Frauen  über  ihre Diskussionen zum Gesundheitssystem erzählen, schüttelt er manchmal mit dem Kopf. „Ich kann nicht verstehen, wie ein Staat seine Bürger ohne Krankenversicherung lässt.“ Spontan lud er beide ein, ihn bei passender Gelegenheit in Berlin zu besuchen.

Seit 1. Mai 2017 läuft die Bewerbungsphase für das 35. PPP 2018/2019. Informationen darüber gibt es im Wahlkreisbüro von Udo Schiefner in Viersen.