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Probleme mit parkenden Lastwagen

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Nettetal: Probleme mit parkenden Lastwagen

Der Lkw-Verkehr nimmt weiter zu, Parkplätze für die Gespanne fehlen dagegen. Die Politik stellt sich dem Problem im Gewerbegebiet Nettetal-West.
VON HERIBERT BRINKMAN

NETTETAL | Mit Andreas Marquardt, Präsident des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) in Köln, war ein kompetenter Fachmann dazugekommen. Renate Dyck, Vorsitzende der SPD-Fraktion, hatte die Fraktionen und die Stadtspitze zum Ortstermin im Gewerbegebiet Nettetal-West eingeladen. Es ging um ein Thema, das seit Jahren immer wieder mal hochkocht: An den Straßenrändern des Gewerbegebietes parken etliche Lkw-Gespanne, die nicht für die angesiedelten Logistik-Unternehmen bestimmt sind. Die Fahrer müssen ihre Ruhezeiten einhalten, oder die Sattelschlepper warten stand by auf den nächsten Auftrag. Nachdem in den Niederlanden das Abstellen von Lastwagen im öffentlichen Straßenraum stark eingeschränkt wurde, hat sich das Park-Problem in Kaldenkirchen, direkt hinter der niederländischen Grenze, noch verschärft.

Anwohner und Spaziergänger, die ihre Hunde im Gewerbegebiet Nettetal-West ausführen, beklagen sich schon seit langem über die Vermüllung der Straßen. Inzwischen hat die Stadt reagiert und Müllcontainer und eine mobile Toilette aufgestellt. Die Kosten dafür trägt die Stadt. Die Müllentsorgung kostet nach ihren Angaben 3000 Euro im Jahr, eine Miettoilette 170 Euro im Monat. Mehr will die Stadt nicht in eine Infrastruktur investieren, so Bürgermeister Christian Küsters (Grüne), um nicht noch mehr Lastwagen anzulocken.

In diesem Zusammenhang hat sich die FDP-Fraktion für die Errichtung eines Autohofes in Nettetal-West stark gemacht, so Fraktionsvorsitzender Johannes Peters. In einer Videokonferenz mit Bernd Reuther, Mitglied der FDP-Bundestagsfraktion und des Verkehrsausschusses, sowie dem Landtagsabgeordneten Dietmar Brockes, warb sie um Unterstützung für Lösungen in Nettetal.

Über ein neues Projekt der Bundesregierung sollen in einem ersten Schritt 90 Millionen Euro bis zum Jahr 2024 zur Verbesserung der Infrastruktur für den Lkw-Verkehr zur Verfügung gestellt werden. Explizit wird auf die Förderung von Autohöfen abgezielt, die sich in einem Drei-Kilometer-Radius von Autobahn-Abfahrten befinden. Das könnte auch ein Autohof in Nettetal-West sein. Bisher ist die nächste Raststätte an der A61 in Höhe von Bergheim zu finden. Auch für das Braunkohlengebiet Garzweiler soll es Pläne geben.

Doch Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens will die Flächen im Gewerbegebiet lieber an Unternehmen vermitteln, als dem großen Flächenbedarf eines Autohofes zu entsprechen. Und auch Andreas Marquardt, Präsident des BAV, riet den Nettetaler Politikern, sich bei einem Autohof keine Hoffnung zu machen, die parkenden Gespanne aus Billiglohnländern am Straßenrand dadurch zu vermeiden.

Udo Schiefner, SPD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Verkehrsausschusses, kündigte an, Ende Mai zu einer Mobilitäts-Videokonferenz einzuladen. Dann sollten auch Kollegen aus den Niederlanden zugeschaltet sein. Es könne nicht sein, dass den Letzten, die Kommunen, der Hund beiße. Marquardt (BAG) prognostizierte eine Zunahme von 30 Prozent an Schwerlastverkehr in der Region. Überall fehlten Lkw-Parkplätze, der Bund sehe 266 neue Plätze vor. Für den Moment empfahl er konzertierte Aktionen von BAG, Polizei und Ordnungsamt, um kurzfristig die Sattelschlepper zu vertreiben.

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